Wer hat den Fußball nach Mönchengladbach gerollt?
 

Wer hat den Fußball nach Mönchengladbach gerollt?

Mittwoch, 16. 06. 2010

Die Anfrage kam pünktlich vor der Fußball-WM. Die Fa. Monte Graniti GmbH in Niederheid hatte den Auftrag, einen steinernen Fußball zu liefern und in der Innenstadt von Mönchengladbach aufzustellen. Der Stein mit einem Durchmesser von 1,8 Meter und 8.000 Kilogramm Gewicht ist ein Geschenk des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach an die Stadt zum 110jährigen Vereinsjubiläum. Als Aufstellungsort wurde die Eicknerstraße ausgewählt, der Stadtteil wo die Borussia entstanden ist, wo der Fußball im Mittelpunkt eines kleinen Kreisverkehrs in einer verkehrsberuhigten Zone als Blickfang dienen sollte.

 

Angeliefert wurde der Steinfußball in einem Holzgestell im Container. Das Holzgestell war aber nach dem Transport vom Produktionsort nach Niederheid schon so beschädigt, dass ein Weitertransport damit unmöglich war. Der Steinfußball musste also ohne Holzgestell in Niederheid auf einen Lkw verladen und anschließend in Mönchengladbach auf den vorbestimmten Platz gehoben werden. Keine einfache Sache bei der Form und dem Gewicht des Balles.

 

Nach nur wenigen Tagen Bedenkzeit war die Lösung gefunden. Eine SupraPlus Rundschlinge mit 8 Tonnen Tragfähigkeit diente als Aufnahme für den Ball. Dabei galt es einiges zu beachten. Einerseits durfte die Schlinge nicht zu groß sein, um ein Durchrutschen des Balles zu verhindern. Andererseits musste man relativ dicht an den Schwerpunkt, um ein Kippen der Last zu vermeiden. An die Rundschlinge wurden drei 4-Tonnen PowerStar Hebebänder befestigt, um sie in den Kranhaken zu hängen. Die dreisträngige Aufhängung erhielt den Vorzug, weil sie das Herauskippen der Last besser verhindert als eine Vierstrangaufhängung. Mit 8,4 Tonnen war die WLL (working load limit – Tragfähigkeit in der Anschlagart „einfach direkt“) bei drei Strängen mit Winkel  ausreichend für den Fußball.

 

Wichtig: Beim Anlegen des Hebegeschirres musste die Rundschlinge in einem leichten Winkel zwischen den einzelnen Hebebändern angelegt werden, um die Kraft in der Schlinge zu minimieren. 
 
Der Fußball wurde dann auf drei Holzkeile gelegt. Dabei wurden die Keile so gestellt, dass zwei Keile in Fahrtrichtung standen, um die größte Kraftrichtung abzudecken. Die Keile wurden auf 9,5 Millimeter dicke SpanSet Grip Antirutschmatten gestellt und auch zwischen Ball und Keil wurde SpanSet Grip Anschnitte gelegt. Bei dieser Antirutschmatte handelt es sich um eine spezielle Matte für Schwerlasten. Die Keile wurden dann noch mit einem Zurrgurt umreift, damit sie nicht verrutschen konnten. 
 
Anschließend wurde eine zweite 8-Tonnen-SupraPlus-Rundschlinge oben auf den Ball gelegt, in die vier ErgoABS-Zurrgurte eingriffen. Alle Gurte waren einteilig mit freilaufendem Haken ausgeführt. Die Zurrgurte wurden gleichmäßig gespannt und bis auf 750 daN angezogen, was durch die komplett geschlossenen Backen des TFI einfach nachzuweisen ist. Diese Vorspannung reichte aus, um eine kraftschlüssige Ladungssicherung zu gewährleisten. 
 
Aus Sicherheitsgründen und zur Beruhigung aller Beteiligten wurde zusätzlich eine Kopfschlinge in Fahrtrichtung angelegt.
Am Tag des Transportes spielte auch der Wettergott mit, denn es war warm und sonnig. Das Verladen des Fußballes in Niederheid morgens um 8 Uhr 30 ging nach der intensiven Vorbereitung schnell von der Hand. Aufsehen erregend war dann die Fahrt mit dem offenen Fahrzeug durch die Mönchengladbacher Innenstadt. 
 
Duch die Eicknerstrasse – hier musste noch auf den Kran gewartet werden  - war schnell mit Schaulustigen gefüllt, obwohl das Aufstellen des Fußballes nicht öffentlich bekannt gegeben wurde. 
 
Das Aufstellen des Fußballes erforderte dann noch einmal Fingerspitzengefühl von allen Beteiligten. Zum Schluss hörte man bei den Verantwortlichen den sprichwörtlichen Stein vom Herzen fallen (ob er die Form eines Fußballes hatte, ist nicht bekannt). Zum
Abschluss waren sich die Verantwortlichen der Stadt und der Borussia jedenfalls einig, dass es sich bei der Aktion um eine Leistung auf Champions League Niveau gehandelt hat.

 

Bild 1: Der Stein wird dank eines speziell für diesen Anlass entwickelten Hebegeschirrs auf den Lkw gehoben.

 

Bild 2: Der Stein musste exakt platziert werden um keine Gefahr für den Verkehr zu werden.

 

Bild 3: Der Steinfußball wurde durch die ErgoABS-Zurrgurte gesichert.

 

Bild 4: Der sichere Transport des Steinfußballs sorgte für eine Menge Aufsehen.

 

Bild 5: Der Stein mit einem Durchmesser von 1,8 Meter und 8.000 Kilogramm Gewicht ist ein Geschenk des Bundesligisten Borussia Mönchengladbach an die Stadt zum 110jährigen Vereinsjubiläum

 

Bild 6: Die „kleinen Borussen“ versuchen den Stein wegzurollen, leider ohne Erfolg.

 

 

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